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Charakteristische Merkmale von Brandleichen Populären Zeitschriftenartikeln zufolge soll das Hauptmerkmal von SHC die vollständige Verbrennung der Leiche mit Ausnahme der Extremitäten sein Beine, Hände oder Kopf, wobei im Brust- und Unterleibsbereich nur eine ascheartige Substanz zurückbleibt. Gleichzeitig ist in der Umgebung (Betten, Stühle usw.) nur geringfügige oder gar keine Zerstörung zu beobachten. Dennoch findet man auf Möbeln und Wänden häufig einen braunen öligen Niederschlag. Diese Merkmale sind auf den Abb. 1 und 2 zu sehen. Die Angabe des genauen Todeszeitpunktes fehlt in dem Buch, dem diese Fotografien entnommen sind, es handelt sich jedoch um Originalaufnahmen vom Unfallort. SHC-Befürworter schreiben solche ungewöhnlichen Fund-Situationen einer unbekannten Energiequelle zu, doch bislang konnten alle Todesfälle dieser Art, die in der rechtsmedizinischen Literatur zu finden sind, ohne Rückgriff auf fantastische Deutungen allein aufgrund der Beweislage erklärt werden.
SHC-Gläubige wenden gegen solche gewöhnlichen Erklärungen ein, dass es nicht möglich sei, den genauen Hergang im Nachhinein zuverlässig zu rekonstruieren, insbesondere bei Brandfällen. Das ist falsch. Die forensische Untersuchung von verkohlten Überresten ist möglich. Wissenschaftler, Kriminalisten, forensische Pathologen und Fachleute aus den Reihen der Polizei können eine ganze Reihe von Informationen aus stark verbrannten Leichen ziehen selbst aus Asche und Verbrennungsrückständen (z. B. Marples und Browning 1994; Merkel 1932). Betrachten wir z. B. die Abb. 3 und 7: Abb. 3 zeigt den Oberkörper der Leiche aus Abb. 7. (Der Rumpf fehlt auf Abb. 7, da Sanitäter ihn vor der Aufnahme entfernt hatten [Gresham 1977].) Wie Abb. 3 zeigt, sind die inneren Organe immer noch klar erkennbar, ein für Brandleichen charakteristisches Bild. Aufgrund der Obduktion kam der Rechtsmediziner zu dem Schluss, dass zuerst das Haar der Frau Feuer fing, bevor sich die Flammen über ihren Rücken ausbreiteten, gefolgt vom Rest ihres Oberkörpers (Gresham 1977). Das Opfer war vermutlich bekleidet gewesen und das Feuer hatte sich entlang der Kleidung ausgebreitet. Der gute Erhaltungszustand der inneren Organe ermöglicht (in den meisten Fällen) eine präzise Bestimmung des Todeszeitpunktes, insbesondere, wenn Vergiftung, Erdrosselung, Herzanfall oder ein Schlaganfall vorliegen. Anders als der erste Eindruck eines erheblich zerstörten Körpers erwarten lässt, zeigen die inneren Organe oft keine extremen Veränderungen.
Der Temperaturgradient erklärt auch, weshalb einige Körperteile, z. B. Beine, im Gegensatz zu benachbarten Stellen nicht in Brand geraten. Bilder von bloßen Beinstümpfen können durch den rapiden Temperaturabfall von den oberen Körperregionen einer sitzenden Person zum Boden hin erklärt werden. (Bisweilen wurde der Oberkörper auch schlichtweg vor der Aufnahme entfernt, wie im oben erwähnten Fall, siehe Abb. 7 und 3.) Einem anderen Erklärungsansatz, der Theorie des multiplen Docht-Effekts zufolge, geraten nur von Kleidung bedeckte Körperteile in Brand, während frei liegende Partien unbeschädigt bleiben. Kleidungsstücke wirken als mehrlagige Dochte und sorgen für eine lange Branddauer, denn das Unterhautfettgewebe verflüssigt sich. Bereits Otto Prokop, seit mehr als 30 Jahren Deutschlands führende Autorität auf dem Gebiet der Rechtsmedizin, weist auf diesen Mechanismus hin. Das geschmolzene Fett, so Prokop, kann die Kleidung durchtränken, die das Feuer damit wie ein Docht nährt. Nur so könnten schwerste Verbrennungen erklärt werden, wie sie bei Personen auftreten, die beim Rauchen einschlafen (Prokop 1960). In diesem Fall ist es stets die Kleidung, die zuerst Feuer fängt (Masuth 1978). Überdies hatten von 75 Personen, die in Köln zwischen 1964 und 1973 einem Brand in geschlossenen Räumen zum Opfer fielen, 40% über ein Promille Alkohol im Blut (Masuth 1978); bei den 87 Brandopfern in Oslo waren es 54% (Teige 1977). Diese Beobachtungen legen nahe, dass viele Opfer von Brandunfällen unter Alkoholeinfluss stehen. So erklärt sich auch, weshalb viele Personen während des Rauchens einschlafen und bei Ausbruch des Feuers nicht sofort erwachen. Darüber hinaus können sich ältere Menschen oft nicht mehr schnell genug bewegen, um das Feuer zu löschen. So auch die alte Frau aus Abb. 5 und die an Schüttellähmung erkrankte Frau in Abb. 7. |
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