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Spontane menschliche Selbstentzündung

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Die Wirkung von Hitze auf den menschlichen Körper

Oft wird in SHC-Artikeln behauptet, das „charakteristische Bild“ vermeintlicher menschlicher Selbstentzündung entstehe erst bei örtlichen Temperaturen von 1500° C. Auch dies entspricht nicht den Tatsachen. Burkhard Madea, ein deutscher Rechtsmediziner, sammelte einen großen Teil der dazu verfügbaren Informationen. Seiner Beobachtung nach können Kindesleichen bei einer Temperatur von 500° C binnen zwei Stunden (bis auf kleine kalzinierte Knochenstücke) vollständig zerstört werden, während die Leichen von Erwachsenen bei 800–1000° C binnen einer Stunde verbrennen, wobei weniger als ein Kilogramm einer krümeligen Substanz zurückbleibt (andere Quellen sprechen von 2,25 kg). Richards (1977) berichtet seine Beobachtungen bei der Verbrennung von Erwachsenen bei ca. 680° C: Nach zehn Minuten zeigen die Arme starke Verkohlung, die Beine folgen nach 14 Minuten, und nach 15 Minuten sind Schädel und Oberarmknochen zu sehen. Es ist bekannt, dass der Verbrennungsprozess durch das Unterhautfettgewebe gefördert wird (Gresham 1977; Evans 1963). (Die durchschnittliche Menge des Körperfettes beträgt bei Erwachsenen etwa 15,4 kg [Evans 1963].) Brennende Körper erreichen eine Temperatur von etwa 500–600° C (dunkle Rotglut), insbesondere, wenn das Opfer leicht entflammbare Kleidung trägt oder wenn brennbare Flüssigkeiten über die Leiche geschüttet werden, um einen Unfalltod vorzutäuschen, was häufiger vorkommt (Eckert et al. 1988).

Alkohol im Blut wird häufig für eine schnelle und starke Verbrennung verantwortlich gemacht (z. B. „Feuer unbekannten Ursprungs“ 1990). Hier liegt ein Missverständnis vor. Die Alkoholkonzentration im Körper ist viel zu gering. (Versuchen Sie einmal, Bier anzuzünden.)

Abb. 6: Hier sind Zunge und Luftröhre eines Opfers zu sehen. (Das Bild entstand nach der Leichenöffnung.) Ruß in den Luftwegen zeigt, dass die Person während des Feuers noch am Leben war und rußige Luft eingeatmet hat. Aus: Prokop und Radam 1987, S. 185

Weder brennt in Wasser verdünnter Alkohol, noch neigt er zu spontanen Explosionen. Entzündung und Verbrennung werden erst durch die Anwesenheit von gasförmigem Sauerstoff ermöglicht. So kann auch Benzin bei Raumtemperatur mit Hilfe einer gewöhnlichen Flamme nur zum Explodieren gebracht werden, indem man eine kleine Menge in einem geschlossenen Behälter verdampfen lässt und das Gas entzündet. Innerhalb des menschlichen Körpers ist eine Explosion unmöglich, und noch nicht einmal eine brennbare Flüssigkeit kann dort schnelle Verbrennung auslösen. Wie der Chemiker Justus von Liebig bereits 1850 vorführte, verbrennt Gewebe, das mit verdünntem Alkohol getränkt wurde, auch dann nicht zu Asche, wenn eine Flamme von außen darauf einwirkt.

In der forensischen Praxis ist kein Fall bekannt, in dem die inneren Organe einer Brandleiche stärker in Mitleidenschaft gezogen wurden als äußere Körperregionen (siehe Abb. 6). Diese praktische Beobachtung ist ein weiterer Beweis, dass die Entzündung nie vom Inneren des menschlichen Körpers ausgeht.

 

  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
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