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Das Neueste Spaß macht es trotzdem bis heute, die Publikumspresse bei der Berichterstattung über angebliche SHC zu beobachten. Während meiner Zeit in New York erschienen im Skeptical Inquirer zwei Artikel zum Thema. Umgehend griff die New York Times die angebliche SHC in Form einer kleinen Notiz auf. Von hier aus ging die Geschichte gleich noch einmal um die Welt, allerdings diesmal mit dem Tenor, dass das Rätsel nun gelöst sei: Die starke Verbrennung und Masse-Verringerung der angeblichen SHC-Körper wird durch deren Kleidung gespeist, die wie ein Kerzendocht verflüssigte Teile des Unterhautfettgewebes aufnimmt (wick-effect, Dochteffekt). Diese experimentell bewiesene Aussage wurde von der BBC in einer sehr guten Fernsehreportage dargestellt und auch in Deutschland (mit Szenen der BBC sowie eigenen Aufnahmen im Labor des Autors) in einem längeren Beitrag auf dem Fernsehsender SAT.1 ausgestrahlt. Dass Berichte über die Angebliche SHC viel Sorgfalt fordern, zeigte sich übrigens beim spätabendlichen Labordreh des deutschen SAT.1-Fernsehteams. Am nächsten Tag erreichte den Autor ein sehr erschreckter Anruf: Der Kameramann hatte haarscharf begrenzt auf einer Gesichtshälfte einen Sonnenbrand und die Redakteurin war auf beiden Augen erblindet glücklicherweise nur für weitere zwölf Stunden. Der Grund war nicht übersinnlich: Wegen des schönen Lichttons hatte das Team trotz ausdrücklicher Warnung eine starke UV-Röhre angeschaltet, die zur Zerstörung von Bakterien in einer Sterilbank, nicht aber zur filmischen Raumbeleuchtung dienen sollte. Übrigens führt der niederländische Mathematiker Jan Willem Nienhuys eine erstaunliche, im bestmöglichen Sinn skeptische Forschungsarbeit durch. Vor einigen Jahren begann er in internationaler Detektivarbeit, möglichst alle Originalquellen, die zum Thema verfügbar sind, zurückzuverfolgen und wortgetreu wiederzugeben. Die undankbare Aufgabe, Zeitungsarchive zu durchstöbern, ergänzt durch massive E-Mail-Recherchen bei Kennern des Faches, macht seine Arbeit wertvoll. Die Texte sind unter www.skepsis.nl/phyllisdoc.html abgelegt. Einen jederzeit aktualisierten Link zum Thema stellt der Autor unter www.benecke.com/fallber.html zur Verfügung. Mein Dank gilt David Taylor-Pescod für seine wertvollen Anmerkungen zu diesem Manuskript. Er war es auch, der mich auf die Theorie vom multiplen Docht-Effekt aufmerksam machte. Klaus Fehling lenkte meine Aufmerksamkeit auf das Thema SHC. Weiter danke ich Hauptkommissar Dahmen von der Kölner Kriminalpolizei, Sibylle Banaschak von der Universität Münster und Michael Bohnert von der Universität Freiburg für ihre Hilfe. Mark Benecke (aktualisierte Fassung eines erstmals im Skeptical Inquirer 22 (2) (1998) erschienenen Artikels. Übersetzung: Inge Hüsgen)
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